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Das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald

Kurzportrait

Im Jahr 1979 wurde das Vessertal durch die UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Seitdem gehört es zum Weltnetz der Biosphärenreservate.

 

Nach einer Flächenvergrößerung in den Jahren 1986 und 1990 im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR, wurde es im Jahr 2016 entsprechend den geltenden "Kriterien für die Anerkennung und Überprüfung von Biosphärenreservaten der UNESCO in Deutschland" erweitert.

Das heutige Biosphärenreservat Thüringer Wald ist ein charakteristischer Landschaftsausschnitt (siehe Karte unten) aus dem Thüringer Wald. Es ist repräsentativ für die zentraleuropäischen Mittelgebirge - die Flächengröße von rund 33.700 ha entspricht den nationalen und internationalen Vorgaben.

 

Das Biosphärenreservat zeichnet sich durch einen hohen Waldanteil von rund 84 % aus. Die drei höchsten Berge des Thüringer Waldes, der Große Beerberg (983 m ü. NHN), der Schneekopf (978 m ü. NHN) und der Große Finsterberg (944 m ü. NHN) liegen im Gebiet. Tief eingeschnittene Täler, wie z.B. das Vessertal, das Schortetal, der Bibergrund und das Ilmtal, geben der Landschaft ihr charakteristisches Gepräge.

Im Wald prägt die Fichte mit einem Anteil von ca. 70 % des Baumbestandes das Erscheinungsbild, vor allem in den Kammlagen und der Nordostabdachung. Die Rotbuche hat einen Waldanteil von rund 20 % und dominiert in den Talsystemen der Schleuse auf der Südostabdachung des Gebirges sowie im Bereich der Zahmen und der Wilden Gera auf der Nordwestabdachung.

Auf den Verebnungsflächen in der Kammregion haben sich Hochmoore, wie das Schneekopfmoor, das Beerbergmoor und das Moor im Morast am Großen Dreiherrenstein bei Neustadt a.R. herausgebildet.

Die Talgründe der großen Täler sind seit Jahrhunderten gerodet und werden von artenreichen, landschaftlich reizvollen Talwiesen eingenommen. Dazu kommen die im Wald eingestreuten Bergwiesen und die Grünlandflächen, wie z.B. um die Orte Frauenwald, Schmiedefeld a.R., Neustadt a.R. und Gehlberg. Die in zahlreichen Ortsfluren, wie z.B. Heubach, Fehrenbach und Schnett, anzutreffenden Ackerterrassenkomplexe werden heute als Grünland genutzt.

Aufgrund der landschaftlichen Schönheit hat der Tourismus in den 20 Städten und Gemeinden des Biosphärenreservats eine lange Tradition. Der Rennsteig verläuft auf ca. 30 km durch das Gebiet.

Die Forstwirtschaft, als Hauptflächennutzer, ist ein bedeutender Wirtschaftszweig. Die Landwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft. Die Wasserwirtschaft, als Trinkwasserproduzent für große Teile Südthüringens mit zwei Trinkwassertalsperren im Gebiet, ist ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftszweig.

In den Orten in Rennsteignähe existieren vor allem kleine Unternehmen im Handwerk, Gewerbe und im Dienstleistungssektor. In den Orten am Süd- und Nordrand produzieren zahlreiche technologieorientierte Unternehmen, sind Unternehmen der Kunststoffindustrie und Informationstechnik ansässig. Weiterhin bestehen örtliche Handwerksbetriebe sowie glas- und metallverarbeitende Betriebe. Darüber hinaus sind die Städte Ilmenau und Suhl bedeutende Wirtschaftsstandorte. Ilmenau ist eine Universitätsstadt.

In den Orten im und am Biosphärenreservat leben ca. 100.000 Einwohner.

Zur Minderung von Konflikten, die durch unterschiedliche Ansprüche der Nutzer an Landschaft und Ressourcen entstehen, werden konkurrierende Nutzungen entflochten und in ausgewiesenen Gebieten bestimmten Nutzungen der Vorrang eingeräumt. Dafür wurde das gesamte Gebiet des Biosphärenreservats in drei Zonentypen gegliedert.

Die Verwaltung Biosphärenreservat Thüringer Wald hat ihren Sitz in Schmiedefeld a.R.. Sie ist eine dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) nachgeordnete Dienststelle.