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Frequently Asked Questions (FAQ), häufig gestellte Fragen

Bürgerinformation

 

Was ist ein Biosphärenreservat?

Die Biosphäre ist die Umwelt, in der Leben möglich ist und in der wir leben. Das Wort Reservat ist aus dem lateinischen abgeleitet und bedeutet „bewahren“. Die Menschen haben über Jahrhunderte die Natur genutzt und die Landschaft durch die Bewirtschaftung von einer Naturlandschaft in eine Kulturlandschaft umgewandelt. In einigen Regionen hat sich dabei eine reiche Naturausstattung erhalten und entwickelt, die es zu erhalten gilt. Dies soll nicht durch strengen Naturschutz erfolgen, sondern durch eine naturschonende und nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung, die der heutigen und den zukünftigen Generationen ihr wirtschaftliches Einkommen sichert. Konkret geht es um die naturnahe Bewirtschaftung der Wälder, um die Pflege der Bergwiesen, um einen naturverträglichen Tourismus, aber auch um Fragen der Siedlungsentwicklung, der Bevölkerungsentwicklung und des Klimawandels sowie deren Folgen für die Menschen und die Natur.

In Biosphärenreservaten sollen gemeinsam mit den hier lebenden und wirtschaftenden Menschen beispielhafte Konzepte zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung erarbeitet und umgesetzt werden. Ein Biosphärenreservat ist eben mehr als ein Schutzgebiet – es ist eine Modellregion für eine nachhaltige Entwicklung.

Biosphärenreservate werden im Rahmen des Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (-Programm) von der UNESCO international anerkannt und sind Bestandteil eines Weltnetzes.

 

Welche Vorteile bringt der UNESCO-Status?

Mit der Vergrößerung kann auch der UNESCO-Status gesichert werden, der den internationalen Stellenwert der Region und die Anerkennung zum Ausdruck bringt. Das Biosphärenreservat liegt im Blick der Politik und kann besonders unterstützt und gefördert werden. Darüber hinaus ist der internationale Status ein besonderer Werbefaktor für den Tourismus in der Region.

 

Warum wird das UNESCO-Biosphärenreservat in verschiedene Bereiche (Zonen) untergliedert?

Das Biosphärenreservat wird in drei Zonen untergliedert, da die Nutzung dieser Bereiche in abgestufter Form erfolgen soll. Dies ist Teil der Strategie für eine nachhaltige Entwicklung in der Region.

Die Entwicklungszone umfasst als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum den größten Teil des Biosphärenreservats (bis zu 80%). Hier werden nachhaltige wirtschaftliche Entwicklungen befördert und Modellprojekte umgesetzt.

In den Pflegezonen stehen auf mindestens 17% der Fläche, wie der Name schon sagt, pflegliche und besonders naturbetonte Bewirtschaftungen der Wälder und Wiesen im Mittelpunkt, die gleichzeitig die Lebensräume für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten erhalten und sichern. In den Pflegezonen sind naturverträgliche Formen der Erholung wie Wandern, Rad fahren, Skilanglauf und das ruhige Naturerleben möglich.

Die Kernzonen nehmen 3% der Fläche ein. Hier kann sich die Natur ohne den Einfluss des Menschen entwickeln. Die Kernzonen dienen der Forschung und Umweltbeobachtung. Ausgewählte Bereiche können durch besucherlenkende Maßnahmen für das ruhige Naturerleben und die Umweltbildung zugänglich gemacht werden.

 

Gibt es Einschränkungen?

Die rechtliche Grundlage für das Biosphärenreservat ist eine Verordnung. Diese enthält neben den Schutz- und Entwicklungszielen auch Verbote und einen Katalog von Ausnahmen. Damit werden über die Verordnung auch Weichen für zukünftige Entwicklungen gestellt. Die Frage der „möglichen Einschränkungen“ für die Bürger leitet sich direkt aus den Inhalten der Verordnung ab. Beim genauen Lesen der Verordnung wird deutlich, dass die zahlreichen Bedenken, die oftmals geäußert werden, unbegründet sind. Dazu einige Bespiele.

 

Werden Wege gesperrt?

Das touristische Wegenetz mit den Wander-, Rad-, Reit- und Skiwegen sowie den Schutzhütten, Bänken, Wegweisern ist vorhanden. Es werden keine Wege gesperrt. Alle Ausflugsziele sind nach wie vor erreichbar. Es wird eine nachhaltige Tourismusentwicklung initiiert und unterstützt.

 

Können die Bürger in den Wald gehen?

Das Biosphärenreservat schränkt die Benutzung der Wege nicht ein. Alle beschilderten und nicht beschilderten Wege können auf eigene Gefahr genutzt werden.

 

Wird der Wald weiterhin bewirtschaftet?

Der Wald wird weiterhin auf 97 % der Fläche ordnungsgemäß bewirtschaftet. Das Biosphärenreservat wird eine Schwerpunktregion des Waldumbaus im Freistaat. Lediglich in den Kernzonen erfolgt keine Nutzung. Diese Flächen liegen ausschließlich im Landeswald.

 

Können die Bürger weiterhin Brennholz werben?

Ja, auf 97 % der Fläche kann wie bisher grundsätzlich Brennholz geworben werden.

 

Können die Bürger Beeren und Pilze sammeln?

Pilze, Beeren und Pflanzen können auf 97% der Fläche für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Lediglich in den Kernzonen ist dies nicht gestattet. Beim Sammeln von Pilzen, Beeren und Pflanzen sind jedoch wie überall artenschutzrechtliche Vorschriften zu beachten, d.h. Blaubeerensammeln ist erlaubt, das Pflücken der Arnika nicht.

 

Bleiben die Wiesen erhalten?

Die Erhaltung der Grünlandbereiche ist ein wichtiges Ziel im Biosphärenreservat. Ziel ist es, diese durch die Bewirtschaftung auf der Grundlage von landwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Förderprogrammen langfristig zu erhalten.

 

Wie sieht es mit dem Bauen aus?

Für den Innenbereich der Orte (nach §34 Baugesetzbuch) sowie für einen zusätzlichen Umkreis von 40 Metern enthält die Verordnung keine Regelungen.

Im Außenbereich (nach §35 Baugesetzbuch) können in der Entwicklungszone durch die Städte und Gemeinden Bebauungspläne aufgestellt oder geändert werden, wenn die Siedlungsentwicklung gebietstypisch erfolgt und sich diese harmonisch in die geschützte Landschaft einfügen.

 

 

Ist das UNESCO-Biosphärenreservat eine Chance für den Tourismus?

Ja. Der internationale Status ist ein bedeutender Werbefaktor für die Region. Dieser kann und soll zukünftig stärker genutzt werden. Wichtig ist, dass die Touristiker dazu entsprechende Angebote bündeln, entwickeln und vermarkten. Mit der erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb um das Tourismusbudget 2013 standen bis 2015 für die Region 365.000 € für Angebotsentwicklung und Vermarktung zur Verfügung. Im Konzept "Thüringer Wald 2025" ist das Biosphärenreservat eingebunden.