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Datum: 30.04.2019

Luchs sucht einen Namen

Das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald und der NABU rufen zur Namenssuche für ersten Thüringer Luchs auf!

Der jüngste Fotonachweis zu einem Luchs vom 30.03.2019 im Thüringer Wald bei Ilmenau wurde jetzt von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) als C1-Nachweis bestätigt. C1 bedeutet, dass es sich bei dem abgelichteten Tier eindeutig um einen Luchs handelt und das Foto auch tatsächlich am angegebenen Standort bei Ilmenau gemacht wurde. Im 19. Jahrhundert galt der Luchs hierzulande als ausgerottet. Seitdem gibt es zwar für Thüringen immer wieder Meldungen zu einzelnen umherstreifenden Luchsen, länger aufgehalten hat sich aber bis jetzt noch keiner im Freistaat. Seit 2018 schleicht nun Pinselohr regelmäßig durch den Thüringer Wald und auch bei Ilmenau vorbei. Über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten wurden aus der Nähe von Ilmenau wiederholt eindeutige Bildbelege zu einem einzelnen Luchs beim NABU oder der TLUBN gemeldet. „Wir können zwar nicht genau sagen, ob es sich jeweils immer um dasselbe Individuum handelt, die Wahrscheinlichkeit ist aber ziemlich groß“, sagt Silvester Tamás, der Projektleiter des Luchsprojektes beim NABU Thüringen. "Denn so viele Luchse gibt es in Thüringen noch nicht. Über standorttreue Pinselohren ist uns bislang auch nichts bekannt. Das hätte sich mit dem jüngsten Luchsnachweis geändert. Denn sollte es sich hierbei um immer dasselbe Individuum handeln, dann wäre es der erste Luchs, der in jüngster Zeit in Thüringen heimisch geworden ist“, so Silvester Tamás. Bei dem abgelichteten Luchs handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen ausgewachsenen Luchskuder aus dem Harz oder hessischen Raum, der nunmehr hoffentlich dauerhaft im Thüringer Wald angekommen ist.

Dr. Tiemo Kahl vom Biosphärenreservat Thüringer Wald sieht die Anwesenheit des Luchses im Biosphärenreservat positiv. „In einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung ist die Rückkehr einer großen Raubkatze wie dem Luchs sowohl eine Bereicherung der Artenvielfalt als auch eine Herausforderung im Zusammenleben mit dem Menschen.“

Bis zum 17. Mai 2019 kann man auf der Internetseite des NABU seinen Favoriten auswählen. Vorgeschlagen sind: Luke, Herbert, Trinius, Lutz, Moki, Norbert, Renni, Lucky, Thüri, Aslan, Luka, Walter, Paul und Waldemar.

Für Rückfragen: Silvester Tamás, Projektleiter des Luchsprojektes beim NABU Thüringen, Tel. 0 36 42 7 - 21 726, Tel. 0177 - 557 34 34