Einstellungen

Datum: 12.06.2020

Klimafreundlich unterwegs

Wissen für die Westentasche

Seit 6. Juni ist es wieder soweit: Der RennsteigShuttle der Süd-Thüringen-Bahn fährt wieder zwischen Ilmenau und Bahnhof Rennsteig. Aufgrund der Corona-Krise war der Verkehr eingestellt. Wer in den letzten Wochen also von Erfurt aus zum Rennsteig wollte, musste auf den Bus umsteigen: Wanderfreunde, Radfahrer, Touristen und Tagesausflügler können nun wieder die malerische Zugfahrt vom Erfurter Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Rennsteig bei Schmiedefeld genießen. 589 Höhenmeter werden überwunden, anderthalb Stunden dauert die Fahrt und die Auffahrt ab Ilmenau, mit der Steilstrecke zwischen Stützerbach und Bahnhof Rennsteig, ist eine der steilsten befahrenen Eisenbahnstrecken Deutschlands im Normalbetrieb. Jeden Samstag, Sonn- und Feiertag finden regelmäßige Fahrten von Erfurt nach Ilmenau über Manebach und Stützerbach zum Bahnhof Rennsteig statt. Hier angekommen, befindet man sich inmitten des UNESCO-Biosphärenreservats Thüringer Wald. „Nachhaltige Naturerlebnisse und damit verbunden das klimafreundliche Reisen, sind eine echte Herausforderung des nachhaltigen Tourismus und ein Anspruch, den der Thüringer Wald seit vielen Jahren lebt", beschreibt Elke Hellmuth, stellvertretende Leiterin der Verwaltung des Biosphärenreservats.

2018 wurde die Region dafür mit dem Fahrtziel-Natur-Award ausgezeichnet. Fahrtziel Natur – das bedeutet CO2 sparend reisen. Seit 2001 engagieren sich die großen Umweltverbände BUND, NABU und VCD sowie die Deutsche Bahn daher in der Kooperation Fahrtziel Natur. Seit 2008 ist das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald als eines von 23 Fahrtziel Natur Gebieten in Deutschland anerkannt und setzt sich gemeinsam mit den Kommunen, Städten und Landkreisen der Region für umweltfreundliche Mobilität, Klimaschutz und nachhaltigen Tourismus ein. So ist 2015 das Rennsteig-Ticket im Rahmen des Tourismusbudgets „NATUR-Erfahrung Biosphäre" an den Start gegangen. In zahlreichen Urlaubsorten der Region können Übernachtungsgäste seitdem täglich mit RennsteigBussen und an Wochenenden und Feiertagen mit dem RennsteigShuttle ohne weitere Entrichtung eines Entgeltes klimafreundlich mobil sein. Die Gästekarte mit integriertem Rennsteig-Ticket ist der Fahrschein.

Natürlich kommt auch den Einheimischen das erweiterte Busliniennetz zugute. „Die Herausforderungen im Bereich der Mobilität spielen auch im regionalen Entwicklungskonzept, welches die Verwaltung derzeit gemeinsam mit der Region erarbeitet, eine wichtige Rolle", so Hellmuth weiter. Denn trotz des verbesserten ÖPNV-Angebots gibt es nach wie vor Lücken. „Gemeinsam mit der Region wollen wir auch in den kommenden Jahren daran arbeiten, dass klimafreundliches Reisen und Erleben möglich ist und ausgebaut werden kann", betont Elke Hellmuth, die das Projekt von Anfang an federführend betreut. Dass nachhaltige Mobilität längst kein Nischenthema mehr ist, zeigte auch das studentische Projekt des Wintersemester 2019/2020 der Bauhaus Universität Weimar. Unter dem Motto: ON R – HIN und WEG: Neue Mobilität am Rennsteig zwischen Tourismus und Daseinsvorsorge, arbeiteten die Studierenden vertiefend zu den Themenfeldern Mobilität, Vernetzung, Daseinsvorsorge und zeigten Möglichkeiten der funktionalen und graphischen Aufwertung von Bushaltestellen im Biosphärenreservat Thüringer Wald. Entstanden sind kreative Modell-Entwürfe für Bushaltestellen.
Tipp für einen klimafreundlichen Ausflug:
Mit dem RennsteigShuttle am Wochenende von Ilmenau bis zum Bahnhof Rennsteig. Starten Sie von hier zu einer Wanderung auf dem Doktor-Wald-Weg in Richtung Schmiedefeld a.R, Frauenwald oder Stützerbach oder erwandern Sie den Rundweg auf seiner Länge von 23 km.


powered by webEdition CMS