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Datum: 04.05.2020

Unterwegs ... Streuobstwiese

Wissen für die Westentasche

... Ranger Matthias Hellner und Streuobstwiesenbewirtschafter Thomas Linde

Blüten-Spaziergang mit Ranger-Matthias Hellner und Bewirtschafter Thomas Linde. Wer mit den Beiden unterwegs ist, der ist dem Frühling nicht nur auf der Spur, er ist gleich mittendrin. Genauer gesagt auf der Streuobstwiese „Herrengarten" in Suhl –Dietzhausen – im Blütenparadies der Region. „Der Herrengarten ist eine der wenigen Streuobstwiesen im Umfeld des UNESCO-Biosphärenreservats Thüringer Wald und als Biotop geschützt", erläutert Matthias Hellner. Das Biosphärenreservat ist eines von 30 Hotspots der Biodiversität im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt. Dies sind Regionen in Deutschland mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume.

Überall summt und brummt es auf der Wiese. „Ein wahres Paradies für Schmetterlinge und Co", freut sich der Ranger, der sich in seiner Freizeit viel mit den Tag- und Nachtfaltern beschäftigt. 43 Tagfalterarten hat er 2018 auf der Streuobstwiese kartiert. „Das Rotbraune Wiesenvögelchen und der Große Fuchs lassen sich sehr schön auf der Streuobstwiese beobachten", beschreibt der Tagfalterexperte.

Kennen Sie das? Die Zeit steht für kurze Zeit still und man kann die Klänge und Gerüche der Natur ganz bewusst genießen? Streuobstwiesen sind ein wahrer Natur- und Kulturschatz – ein Hotspot der biologischen Vielfalt. Ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen, aber auch ein Lernort für Besucher. Auf der 4 ha großen Magerwiese stehen zirka 280 hochstämmige Obstbäume. „Die Kirschbäume blühen zuerst, dann folgen Apfel und Birne. Wie immer im Frühjahr haben wir in den letzten Wochen die Bäume geschnitten und die Fläche von Büschen befreit", beschreibt Thomas Linde die Arbeit auf der Streuobstwiese. Seit 15 Jahren ist Thomas Linde auf der Wiese bei Suhl aktiv. Seit zwei Jahren unterstützt ihn ein Kollege tatkräftig. Und ihm geht es dabei nicht nur um den leckeren Saft, den er in seiner Mosterei aus den Früchten gewinnt: „Die Streuobstwiese Herrengarten liegt mir am Herzen. Ich denke bei der Pflege der Bäume auch an den Erhalt für kommende Generationen und an die Förderung regionaler Produkte", so der Bewirtschafter.

Dabei wird er vom Dachverband der deutschen Biosphärenreservate, Natur- und Nationalparks, dem Verein „Nationale Naturlandschaften e. V.", unterstützt. Über das bundesweite Inwertsetzungsprojekt werden die besonderen Gebiete finanziell gefördert und sind in deutschlandweite Kampagnen eingebunden. In Suhl-Dietzhausen wird die traditionelle Bewirtschaftung des Herrengartens über die Coca-Cola-Foundation unterstützt. So wurden im letzten Jahr 50 neue Bäume gepflanzt: Apfel- und Walnussbäume, Zwetschgen, Birne und Süßkirschen sind dazu gekommen. „Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und läuft noch bis 2023. Für einige Teilflächen suchen wir noch Partner aus der Region. Mit dem Erwerb von Naturschutzzertifikaten können Unternehmen so den Erhalt der Streuobstwiese fördern", berichtet Thomas Linde. Ziel ist es, weitere Flächen für die Zukunft zu erhalten – gemeinsam mit regionalen Unternehmen vor Ort.

Vielfalt fördern – Stück für Stück: Wer mehr erfahren will, kann sich unter: www.naturschutzzertifikate.de informieren.

Schon gewusst? Jedes Jahr engagieren sich Studierende im Rahmen eines Semesterprojekts für die Streuobstwiese. Schon zum zweiten Mal sind die Student*innen der Deutschlandstiftung Integration in diesem September wieder zu Besuch. Bei dem dreitägigen Workshop, der gemeinsam mit der Coca Cola European Partners Deutschland GmbH und dem Verein Nationale Naturlandschaften e.V. stattfindet, steht diesmal das Thema Toleranz im Mittelpunkt.


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