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Datum: 31.08.2021

Modellprojekt Naturtheater Steinbach-Langenbach

Entnahme von Fichten und Anpflanzung einheimischer Baumarten
Modellprojekt im Naturtheater Steinbach-Langenbach zur ökologischen Aufwertung der Waldflächen startet

Derzeit laufen großflächige Waldarbeiten im Naturtheater Steinbach-Langenbach. Ziel ist die ökologische Aufwertung der Waldflächen auf dem Gelände des Naturtheaters und die Förderung der Biodiversität in diesem Gebiet. Das Vorhaben in der Gemeinde Schleusegrund wird mit 49.801,50 Euro vom Thüringer Umweltministerium gefördert.

Das 1957 eingeweihte Naturtheater liegt im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald und ist eines der kulturellen Highlights der Region. Die durch die Fichte dominierenden Baumbestände rund um das Theater sind teilweise so alt wie das Theater selbst. „Gebaut wurde das Theater durch das Engagement vieler freiwilliger Helfer der beiden Ortschaften Steinbach und Langenbach und befindet sich heute im Eigentum der Gemeinde. Viele erinnern sich sicherlich noch, wie der Wald um das Theater früher aussah. Durch die Waldarbeiten wird sich die Kulisse natürlich verändern. Aber die Maßnahmen sind auch aufgrund des Borkenkäferbefalls notwendig", erklärt Heiko Schilling, Bürgermeister der Gemeinde Schleusegrund.

In Absprache mit dem Forstamt Schönbrunn ist der Schwerpunkt die Entnahme von Fichten im unmittelbaren Nahbereich der Zuschauerbühne und des Bühnenbereichs. „Wir wollen die Fichtenmonokultur aufbrechen und alle großen Bäume rausnehmen", so Schilling weiter. Mit den Maßnahmen soll der Jung- und Unterwuchs unterstützt werden. Die Pflanzung einheimischer Baumarten wie Bergahorn oder Bergulme und die Pflanzung von Wildobst soll für eine gute Durchmischung sorgen.

„Im Modellprojekt soll der Wald der Zukunft entstehen mit dem Ziel eines naturnahen Mischwaldes. Dieser ist durch eine Mischung aus Laub- und Nadelwald geprägt. Ein gestufter Waldrand mit niedrigen Bäumen im Vordergrund ist das Ziel", beschreibt Dr. Tiemo Kahl. Der Biologe ist im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald für Forschungsprojekte und Monitoring zuständig und unterstützt das Projekt seitens der Verwaltung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist das Thema Waldstruktur- und Waldumbau. „Zudem soll stehendes und liegendes Totholz erhalten bleiben. Totholz ist ein wichtiger Lebensraum für Pilze und Insekten. Der tote Baum dient als Nahrungsquelle, Unterschlupf und für Vögel als Brutstätte. Der Siebenschläfer nutzt das Totholz auch als kuscheliges Winterquartier", beschreibt Kahl weiter.
Bis zur neuen Saison 2022 werden die Arbeiten abgeschlossen sein.

 


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