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Datum: 28.04.2021

Emergenzuntersuchung

Forschungsprojekt zu Insekten in den Bergbächen geht in die nächste Runde

Suhl/Schmiedefeld a. Rstg.: Seit Ende März ist Projektleiter Dr. Tiemo Kahl wieder mit seinem Team im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald unterwegs. Im Visier der Untersuchung: Die Insekten in den Bergbächen des Gebiets zwischen Suhl, Oberhof, Masserberg und Schleusingen. Das Forschungsprojekt läuft noch bis Oktober 2021 und wird finanziert vom Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz.

Knapp fünf Grad haben die Bergbäche nahe am Rennsteig derzeit. Das schlägt sich auch in den Beobachtungen nieder: „Vor allem in den oberen, nährstoffarmen Bachläufen sind derzeit noch wenige Insekten aktiv. Erst wenn die Temperaturen weiter steigen sind die Eintags-, Stein- und Köcherfliegen wieder unterwegs", so Dr. Tiemo Kahl, zuständig für Forschung und Monitoring im Biosphärenreservat. Aus diesem Grund wurde die bereits im letzten Jahr gestartete Emergenzuntersuchung auch in den Wintermonaten ausgesetzt. „In den vergangenen Monaten hat das Institut für Gewässerökologie und Fischereibiologie (IGF) in Jena gemeinsam mit Spezialisten die Proben aus 2020 ausgewertet und dabei 55 verschiedene Arten der Eintags-, Stein- und Köcherfliegen gefunden. Schon jetzt zeigt sich, dass der neue Fallentyp, eine Art Pyramide mit schwimmender Unterlage, gut funktioniert", so der Biologe.

„Das Vorhaben lässt sich als lokale Studie begreifen, die regional und global gesehen einen Beitrag zum beobachteten Rückgang der Artenvielfalt bei Insekten treffen kann", so Kahl weiter.

Bereits vor 35 Jahre standen die EPT-Insekten bei den ersten Emergenzuntersuchungen an der Vesser im Fokus. EPT – das sind die Eintagsfliegen (Ephemeroptera), Steinfliegen (Plecoptera) und die Köcherfliegen (Trichoptera). Diese Insekten leben als Larven im Wasser bzw. sind an den Lebensraum des Bergbachs gebunden. Damals mussten die Proben noch alle per Hand aus dem Untersuchungszelt gesammelt werden. Bei den aktuellen Untersuchungen ist zwar auch wieder ein Zelt an der Vesser im Einsatz, dieses dient vorrangig dem Vergleich mit den historischen Untersuchungen der 1980er Jahre. Neben der Vesser werden auch die Bergbäche Nahe, Schleuse, Schorte, Ilm und Gera in ihren Oberläufen mit den neuen Fallentypen untersucht. „Wir sind weiterhin gespannt, wie sich die Methoden im Vergleich bewähren und welche Unterschiede es nach 35 Jahren gibt", betont Dr. Kahl.


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