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Aus der weiten Welt nach Vesser: Rückblick auf die Bauhaus Summer School im Biosphärenreservat.

15 Teilnehmende der Bauhaus Summer School (Bauhaus-Uni Weimar) verbrachten vom 22. – 24. 08. ein gemeinsames Wochenende im Vessertal und erkundeten unter Leitung von Elodie Vittu (Institut für Europäische Urbanistik) und Britta Trostorff (Naturstiftung David) das Verhältnis von Mensch und Natur und suchten nach Spuren und Ansätzen des sozialökologischen Wandels. Zwischen 17 und 67 Jahre alt sind sie, kommen aus Hongkong, China, Kanada, Griechenland oder Japan, Taiwan, den Niederlanden, Bulgarien, Frankreich, Indien und Pakistan. Mit dabei auch zwei Studierende der TU Ilmenau, die dieses als CrashCourse bezeichnete Wochenende dank eines Stipendiums medial begleiteten.

Während sich für den einen Natur auf den Park in der Stadt begrenzt, ist es für die andere der geplante künftige Arbeitsort, das wöchentliche Bad im Meer, der Blick aus dem Fenster oder der Urlaub mit der Familie. In Vesser erlebten die Teilnehmenden die Geborgenheit des Tals, genossen die Ruhe und nahmen die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur hier wahr. Mit kleinen Aufgaben erkundeten sie den Ort und die angrenzenden Wälder und Wiesen. Bei einem Besuch im Infozentrum des Biosphärenreservats sowie bei einer Einführung durch Dr. Tiemo Kahl erfuhren die Teilnehmenden einiges über die Idee, Modellregion für nachhaltige Entwicklung in dem weltweiten Netz „Man and Biosphere“ der UNESCO zu sein und die Bedeutung der Kulturlandschaft. So förderte die spontane Recherche denn auch die Verbindung zwischen Vesser und den Herkunftsländern der Teilnehmenden zu Tage: zur Überraschung aller liegen in jedem der vertretenen Länder mehrere Biosphärenreservate!

Diese Verbindung wurde am Samstagabend ganz praktisch gelebt, als die Einwohner Vessers zum „Kulturabend“ ins Vereinshaus eingeladen waren. Neben der pop-up-Ausstellung der Arbeitsergebnisse hatten die Teilnehmenden Spezialitäten aus ihrer Heimat vorbereitet und so ging es an diesem Abend in Vesser kulinarisch um die Welt: ein chinesisches Tomaten-Ei-Gericht reihte sich an gefüllte Teigtaschen aus Bulgarien, Kichererbsen-Dahl aus indisch-pakistanischer Zusammenarbeit, Gouda aus Holland, einem Nudel-Kohl-Gericht aus Japan oder französischen Crêpes. Auch Lieder aus der Region um Vesser und Schmiedefeld wurden vorgetragen. Lange dauerte es nicht, bis alle mit einstimmten.

Am Sonntag machte sich die Gruppe zu einem gemeinsamen Arbeitseinsatz am Schanzenauslauf im unteren Vessertal auf. Mit vereinten Kräften wurden dort die Fruchtstände der sich invasiv ausbreitenden vielblättrigen Staudenlupine entfernt und nach Möglichkeit die Pflanzen inklusive Wurzeln mit Ampferstechern ausgegraben. So leistete die Gruppe auch ganz praktisch einen kleinen Beitrag zur Gestaltung des sozialökologischen Wandels.

Am Sonntagnachmittag schließlich verließen die Teilnehmenden Vesser wieder mit Bus und Bahn Richtung Weimar. Die Zusammenarbeit zwischen der Bauhaus-Universität Weimar, der Naturstiftung David, der TU-Ilmenau und der Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats wird fortgesetzt werden.

Am kommenden Freitag, 29.08.2025, werden Eindrücke von diesem Wochenende während des open Atelier zum Abschluss der gesamten Bauhaus-Summerschool ab 14.00 an der Bauhaus-Uni in Weimar beim Hauptgebäude in der Marienstraße zu sehen sein. Im Oktober wird eine kleine Foto- und Videoausstellung der beiden Ilmenauer Studierenden im Schaufenster des Projektbüros der Naturstiftung David in der Marktstr. 14 in Ilmenau Einblicke vermitteln.

Gruppenbild der Teilnehmenden der Summer School in Vesser
Eine Gruppe von 15 Teilnehmenden zwischen 17 und 67 Jahren aus 9 verschiedenen Ländern arbeiteten im Rahmen der Bauhaus Summer School ein Wochenende in Vesser (Foto: Viviane Morais Dantas)
Impression vom Kulturabend - Auswahl verschiedener Speisen aus den Heimatregionen der Gäste Zum Kulturabend im Vereinshaus waren die Bewohner Vessers eingeladen, sich auf eine kulinarische Weltreise in die Länder der Teilnehmenden zu begeben. (Foto: Ammar bin Mannan)
Arbeitseinsatz im Kampf gegen invasive Arten Gemeinsam ging es der sich invasiv ausbreitenden vielblättrigen Lupine im unteren Vessertal an den Kragen (Foto: Ammar bin Mannan)
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