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Naturschutzgroßprojekt startet Umsetzung

Bund und Land fördern – die Naturstiftung David setzt gemeinsam mit regionalen Partnern Maßnahmen für Arten- und Lebensraumvielfalt, Klimaschutz und einen stabilen Wasserhaushalt um

Mit einem feierlichen Auftakt am Moor „Kleine Hohe Warte“ und im Bahnhof Rennsteig ist das Naturschutzgroßprojekt „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“ der Naturstiftung David heute offiziell in seine zehnjährige Umsetzung gestartet. Rund sechzig Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Fachbehörden, Region und Naturschutz nahmen teil. Bundesumweltminister Carsten Schneider und Umweltstaatssekretärin Karin Arndt (in Vertretung von Umweltminister Tilo Kummer) würdigten in ihren Grußworten die Bedeutung des Vorhabens für Biodiversität und Klimaschutz. 

Umweltminister Tilo Kummer erklärt dazu: „Der Thüringer Wald ist eine der herausragenden Naturlandschaften Deutschlands und weit über die Grenzen unseres Landes bekannt. Wir haben hier einen besonderen Naturschatz vor der Haustür, mit wertvollen Bergwiesen, Bächen und Mooren sowie gefährdeten Arten wie Schwarzstorch, Feuersalamander oder die Arnika. Diese einzigartige Natur zu erhalten, ist unsere gemeinsame Verantwortung. Ich freue mich sehr, dass dank der kombinierten Bundes- und Landesförderung dieses Projekt starten kann.“

Der Geschäftsführer der Naturstiftung David, Adrian Johst, ergänzt: „Die breite Unterstützung aus der Region und das Vertrauen von Bund und Land sowie den vielen Finanzierungspartnern geben uns Rückenwind. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir die wertvollen Lebensräume im Thüringer Wald nachhaltig entwickeln und langfristig sichern.“

Grundlage der Umsetzung

Basis der Umsetzung ist ein detaillierter „Pflege- und Entwicklungsplan“, der rund 16.000 Einzelflächen und 570 Bachkilometer im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald betrachtet. Er wurde in den vergangenen vier Jahren von Fachbüros erstellt und intensiv mit regionalen Partnern abgestimmt. Der Plan dokumentiert ein sehr umfangreiches Spektrum an Handlungsbedarfen für die geschädigten Bäche, Moore und Bergwiesen in dem rund 6.100 Hektar großen Projektgebiet. Deshalb konzentriert sich das Projekt zunächst auf die hoch priorisierten Maßnahmen. 

Ausgewählte Maßnahmen im Projektgebiet: 

· Auf mindestens 72 Bachkilometern werden Starktotholz und Störsteine eingebracht, um Strukturvielfalt und Eigendynamik der Gewässer zu erhöhen.

· Mindestens 172 Querbauwerke und Anlagen in den Bächen werden zurückgebaut oder umgestaltet, um die ökologische Durchgängigkeit der Fließgewässer wiederherzustellen.

· Auf rund 73 Hektar Moorstandorten im Wald werden Gehölze ganz oder teilweise entfernt, um die natürliche Moorvegetation zu fördern.

· In 42 Moorstandorten werden Entwässerungsstrukturen zurückgebaut oder Wasserstände angehoben, um die natürliche Speicherfunktion der Moore wiederherzustellen.

· Für etwa 154 Hektar Berggrünland werden gemeinsam mit den Bewirtschaftenden Möglichkeiten einer stärkeren Nutzung abgestimmt und umgesetzt, um Verbuschung zu verhindern und konkurrenzschwache Arten zu erhalten.

· Außerdem werden invasive Arten wie die Staudenlupine bekämpft.

Diese und weitere Maßnahmen fördern die Lebensraum- und Artenvielfalt, stärken die Vorkommen seltener Arten wie Feuersalamander oder Rundblättriger Sonnentau und fördern für die Region wichtige Ökosystemleistungen, dazu zählen: Kohlenstoffbindung, Wasserspeicherung, Hochwasserschutz und Stabilisierung des Wasserhaushalts.

Finanzierung und Partner

Das Umsetzungsprojekt hat ein Gesamtvolumen von etwa 10,4 Millionen Euro. Es wird im Bundesprogramm „chance.natur“ vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit zu 75 % mit 7,8 Millionen Euro gefördert. Der Freistaat Thüringen beteiligt sich mit 1,56 Millionen Euro zu 15 % an der Finanzierung. Die Naturstiftung David bringt gemeinsam mit weiteren Finanzierungspartnern den erforderlichen zehnprozentigen Eigenanteil (1,04 Millionen Euro) ein. Wichtige Umsetzungspartner vor Ort sind u. a. das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, ThüringenForst AöR sowie die Landkreise Schmalkalden-Meinigen, Hildburghausen und Ilm-Kreis, die Stadt Suhl und weitere Gemeinden im Gebiet. 

Weitere Informationen zum Projekt und eine Kurzfassung des Pflege- und Entwicklungsplans sind hier abrufbar: www.ngp-thueringerwald.de 

Pressekontakte: 

THÜRINGER MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE, NATURSCHUTZ UND FORSTEN, 

Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit: Tom Wetzling 

Telefon: +49 361 573 91 19-30, presse@tmuenf.thueringen.de <mailto:presse@tmuenf.thueringen.de> 

 

Naturstiftung David, 

Koordinatorin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Melanie Kleinod 

Telefon: +49 361 710 129-22 | 0152 09 872 603, presse@naturstiftung-david.de <mailto:presse@naturstiftung-david.de> 

Auftakt zur Umsetzungsphase des Naturschutzgroßprojekts „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“ am 2. März 2026 am Rennsteig. Erste Reihe, v. l. n. r.: Martin Schmidt u. Adrian Johst (Naturstiftung David), Olaf Bandt (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), Thüringens Umweltstaatssekretärin Karin Arndt, Bundesumweltminister Carsten Schneider, Henriette Berg (Regina Bauer Stiftung), Mario Wilhelm (Habermaass Stiftung). © Naturstiftung David / Fotograf: Thomas Müller
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