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Eine gemeinsame Stimme für Mensch und Natur

Armenische und thüringische Vertreter*innen treffen sich im Biosphärenreservat zu praxisbezogenem Austausch 

Eine Gruppe aus Vertreter*innen der Gemeinde Dilidschan in Armenien, der armenische Staatssekretär des Umweltministeriums, der Direktor des Nationalparks und weitere Akteure besuchen in dieser Woche das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, um sich intensiv über Strukturen und Aufgaben eines UNESCO-Biosphärenreservats zu informieren, Schwerpunkte der Regionalentwicklung und Bildungsaufgaben kennenzulernen und sich über Tourismusthemen im Gebiet auszutauschen. 

Ziel des mehrtägigen Besuchs ist die Vorbereitung zur Gründung eines eigenen Biosphärenreservats in der armenischen Region Dilidschan. 

"Wir freuen uns sehr, die armenischen Partner*innen in Schmiedefeld am Rennsteig begrüßen zu dürfen. Der internationale Austausch ist für uns von großer Bedeutung – sowohl um Erfahrungen weiterzugeben als auch, um neue Impulse für unsere eigene Arbeit zu gewinnen. Als ältestes Wald-Biosphärenreservat in Deutschland ist das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald Teil eines weltweit bestehenden Netwerks aus aktuell 738 Biosphärenreservaten in 134 Ländern. Über das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) sind diese Gebiete in ihren Schwerpunkten miteinander verbunden“, betont Jörg Voßhage Leiter im Biosphärenreservat Thüringer Wald.

Auf dem Programm steht zunächst ein Besuch des Biosphären-Infozentrums in Schmiedefeld am Rennsteig. „Uns ist es wichtig in lockerer und praxisbezogener Atmosphäre mit den Vertreter*innen des armenischen Umweltministeriums, den kommunalen Partner*innen, der deutschen Succow Stiftung und dem Bundesamt für Naturschutz ins Gespräch zu kommen. Denn der Aufbau eines Biosphärenreservats wird maßgeblich von den Menschen bestimmt, die die Leitgedanken leben und der Bevölkerung vermitteln können“, so Jörg Voßhage. 

Das Programm bietet neben Gesprächsrunden zu regionalen Strukturen und Herausforderungen auch Austauschmöglichkeiten mit kommunalen Vertreter*innen der Landgemeinde Großbreitenbach, Einblicke in Kooperationen wie die Zusammenarbeit mit der Biosphären-Schule „Evangelische Gemeinschaftsschule in Suhl“, eine Exkursion in Vesser und eine Wanderung im Schneekopfgebiet mit ThüringenForst. „Biosphärenreservate sollen Modellregionen für nachhaltige Entwicklung sein. Die Menschen, die im Gebiet leben, arbeiten und wirtschaften sind das Herzstück jeder Region. Daher ist es für uns selbstverständlich, dass die Biosphären-Partner*innen aus ihrem gelebten Alltag berichten“, beschreibt Dr. Tiemo Kahl den Ansatz des Treffens.

Beim Kennenlernen einer Region darf natürlich auch der kulturelle Aspekt nicht fehlen: Im ThüringerWald-Kreativ-Museum in Großbreitenbach hat die Gruppe die Möglichkeit in die Besonderheiten der Region einzutauchen und neben der Olitätenkunde, auch die Kloßherstellung oder die sportliche Bedeutung des Gebiets kennenzulernen“, erklärt Anke Mämpel, zuständig für das Partnernetzwerk. 

Bereits im letzten Jahr konnten erste Kontakte bei der EuroMAB in Lutherstadt Wittenberg, dem größten und ältesten regionalen Netzwerk im Weltnetz der UNESCO-Biosphärenreservate geknüpft werden. Im zweijährigen Rhythmus trifft sich das Netzwerk und bietet eine Plattform für den Austausch der weltweiten Gebiete. „Wir sind sehr daran interessiert eine Kooperation mit dem zukünftigen Biosphärenreservat in Armenien aufzubauen“, erklärt Dr. Tiemo Kahl, zuständig für Forschung und Monitoring im Biosphärenreservat Thüringer Wald und Initiator der internationalen Beziehung.

Zum Hintergrund: 

https://www.succow-stiftung.de/succow-stiftung/aktuelles/detail/projektstart-zur-biosphaerenreservatsentwicklung-dilidschan

 

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