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„Gemeinsam Biosphäre gestalten“ - Regionalkonferenz zu Baukultur heute und morgen im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald.

Die fünfte Regionalkonferenz zur Umsetzung des Rahmenkonzepts fand am 2. Juni in Schmiedefeld/Rstg. statt. Im Fokus stand in diesem Jahr des Thema Baukultur.

Rund 60 Teilnehmende, darunter Bürgermeister, Expert*innen der Thüringer Architektenkammer, der Stiftung Baukultur Thüringen, verschiedener Hochschulen, von ThüringenForst, Architekt*innen, Planer*innen, Handwerker*innen sowie Vertreter*innen der Kommunen und Landkreise kamen ins Haus am Hohen Stein nach Schmiedefeld, um sich zu Zielstellungen, Projektansätzen und Möglichkeiten auszutauschen.

„Baukultur ist mehr als nur das Errichten von Gebäuden – sie ist gebauter Ausdruck unserer Identität, unseres Zusammenlebens und unserer Verantwortung für zukünftige Generationen.“, betont Jörg Voßhage, Leiter der Verwaltung des Biosphärenreservats Thüringer Wald.  Dabei gewinnt der gebaute Bestand in den Gemeinden vor dem Hintergrund globaler Krisen zunehmend an Bedeutung. Dies wurde insbesondere im Auftaktvortrag von Katja Fischer, der geschäftsführenden Vorständin der Stiftung Baukultur Thüringen, deutlich. „Regionale Baukultur ist kein Stil, der regionale Bauweisen reproduziert oder regionale Ästhetik zitiert. Bei regionaler Baukultur geht es heute vor allem um das Entwickeln neuer Gebrauchsbeziehungen.“, konstatierte Katja Fischer und lud damit ein, Umbau vor Neubau zu denken und Leerstand nicht nur als Defizit eines Ortes, sondern vor allem als Möglichkeit für gemeinsame Entwicklung zu verstehen.

Warum sich eine Nationale Naturlandschaft wie ein Biosphärenreservat oder ein Naturpark dem Thema Baukultur widmet, machte Sabine Pönicke, stellvertretende Leiterin des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal, deutlich. Als erfahrene Baukultur-Netzwerkerin stellte sie Initiativen und Projekte des Naturparks für die Siedlungsentwicklung vor. Dabei lenkte sie den Blick besonders auf Möglichkeiten, die Innenentwicklung zu stärken, neue Nutzungen zu etablieren und den für ihre Region charakteristischen Fachwerkbestand zu fördern.

Auch für Prof. Erik Findeisen von der Fachhochschule Erfurt spielen die Akteure vor Ort eine Schlüsselrolle für die Entwicklung regionaler Kreisläufe in der Biosphärenregion, die mit 84% Waldanteil das älteste Waldbiosphärenreservat Deutschlands ist. Als Sprecher des WIR!-Bündnisses Holz21regio ist Prof. Findeisen ein Wegbereiter des entstehenden „Kompetenzzentrum Holzbau und nachwachsende Rohstoffe“ (KHoR), das in der ehemaligen Plattenbausiedlung Suhl-Nord entsteht. Unter der Prämisse "global denken - regional handeln“ machte er deutlich, „dass es für eine zukunftsstabile Entwicklung gilt, regionale Ressourcen intelligent zu nutzen und durch innovative Ideen regionale Wertschöpfungsketten gemeinsam wiederaufzubauen.“

„Es ging uns bei dem Austausch vor allem darum, mit den Expert*innen zu diskutieren, wie wir gemeinsam mit dem Thema Baukultur umgehen wollen. Was und wer ist aktuell in Bewegung? Welche innovativen Ansätze gilt es in der Biosphärenregion weiterzuentwickeln? Wo können wir als Verwaltung interdisziplinär vernetzen?“ fasst Doreen Blau, Referentin für Regionalentwicklung, die Zielstellungen des Tages zusammen, die in Workshops am Nachmittag konkretisiert wurden.

Durch den Architekten und Vorsitzenden der Kammergruppe Südthüringen Ilmkreis der Thüringer Architektenkammer Erik Hupke wurde beispielsweise eine Initiative zur Entwicklung bestehender Brachen und Baulücken angeschoben, die für die kommenden Wochen eine konstituierende Sitzung plant.

Schmiedefeld am Rennsteig im Fokus junger Stadtentwickler*innen

Die Regionalkonferenz bildete darüber hinaus den Auftakt zu einem einwöchigen Forschungsprojekt der „Urbanen Liga“, bei dem das bundesweites Netzwerk von jungen Stadtmacher*innen das leerstehende ehemalige Café „Harlekin“ in Schmiedefeld am Rennsteig als temporären Begegnungsort wiederbelebte.

Die Studierenden u.a. der Fachrichtungen Architektur und Urbanistik erproben im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Städteentwicklung und Bauwesen neue Perspektiven auf die Entwicklung von Städten und Kommunen. Begleitet wurde das Vorhaben durch Studierende der Bauhaus Universität Weimar, die sich bereits auf theoretischer Ebene mit Fragen der Umnutzungskultur und der Aktivierung ungenutzter Räume auseinandergesetzt hatten. Das Projekt wurde durch das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald und die Stiftung Baukultur Thüringen unterstützt. 

Aus der Region, mit der Region, für die Region.

Das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald ist eine internationale Modellregion für nachhaltige Entwicklung, in der das Zusammenleben von Mensch und Natur beispielhaft entwickelt und erprobt wird. Das Leitprojekt „Baukultur Biosphäre“ ist eines von 18 Leitprojekten aus dem gemeinsam mit der Region erarbeiteten Rahmenkonzept für das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald. 

Studierende der Urbanen Liga im Gespräch mit Katja Fischer und Sabine Pönicke
Studierende der Urbanen Liga im Gespräch mit Katja Fischer und Sabine Pönicke; Bild: M. Placht
Vortrag Katja Fischer, Stiftung Baukultur Thüringen. Vortrag Katja Fischer, Stiftung Baukultur Thüringen. Bild: M. Placht
Vortrag Prof. Erik Findeisen Vortrag Prof. Erik Findeisen, Bild: M. Placht
Vortrag Sabine Pönicke Vortrag Sabine Pönicke, Bild: M. Placht
Regionalkonferenz-Teilnehmer im Gespräch mit u.a. Erik Hupke, Kammergruppe Südthüringen, Ilmkreis, Thüringer Architektenkammer Regionalkonferenz u.a. Erik Hupke, Kammergruppe Südthüringen, Ilmkreis, Thüringer Architektenkammer; Bild: M. Placht
Einblicke Plenum Einblicke Plenum; Bild: M. Placht
Einblicke Plenum Einblicke Plenum; Bild: M. Placht
Workshops mit Prof. Erik Findeisen Regionalkonferenz Workshops_Prof. Erik Findeisen; Bild: M. Placht
Teilnehmer im Workshop Regionalkonferenz Workshop; Bild: M. Placht
Teilnehmer im Workshop REgionalkonferenz Workshops; Bild: M. Placht
Teilnehmer im Workshop Regionalkonferenz Workshops; Bild: M. Placht
Tisch mit beschriebenen Blättern Regionalkonferenz Workshops; Bild: M. Placht
Frau vor Pinnwand erklärt Ergebinsse aus Workshop Ulla Schauber, stadtstrategen Weimar - Workshop Zusammenfassung; Bild: M. Placht
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