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Sonderausstellung der Bauhaus Universität Weimar: Betten & Berge. Erbe & Zukunft des Tourismus im Thüringer Wald

Bis zum 30. Juni 2025 präsentieren Studierende des Studiengangs Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar die Ergebnisse ihres Planungsprojekts mit dem Titel: Betten und Berge. Erbe und Tourismus im Thüringer Wald. Die Ausstellung nimmt die Rennsteigregion mit Schmiedefeld am Rennsteig, Gehlberg und Oberhof in den Blick und kann täglich zwischen 9 und 17 kostenfrei im Infozentrum des Biosphärenreservats, Brunnenstraße 1, besichtigt werden. 

Der Thüringer Wald blickt auf eine lange Tourismusgeschichte zurück, deren Ursprünge bis weit ins 19. Jh. zurückreichen. Ehemals verschlafene Walddörfer wurden ausgebaut zu Kurorten, andere wurden für den Wintersport entdeckt. Mit dem Tourismus einher ging ein umfangreicher verkehrlicher wie städtebaulicher Ausbau mit Hotels, Pensionen und Gasthäusern sowie Kur- und Vergnügungseinrichtungen. 

„Mit der Entprivilegisierung des Reisens nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele der etablierten Tourismusorte den „Werktätigen“ geöffnet und umfangreiche Erholungskomplexe geschaffen, die den städtebaulichen und architektonischen Maßstab der kleinstädtischen Ortschaften im Thüringer Wald nachhaltig veränderten und bis heute prägen. Neben der marktwirtschaftlich bedingten starken Konkurrenz sieht sich der Tourismus im Thüringer Wald heute konfrontiert mit neuen Herausforderungen, allen voran dem Klimawandel, der die Waldsubstanz genauso wie die Schneesicherheit und somit zentrale Faktoren der touristischen Attraktivität als Ferienregion bedroht“ – heißt es in der Beschreibung der Semesterarbeiten.

Wir freuen uns, dass der Thüringer Wald als Projektraum von der Bauhaus-Universität ausgewählt wurde und damit ein Stück regionale Baukultur in den Blick nimmt. Die Projektarbeiten geben interessante Einblicke für prägnante leerstehende Gebäude und Plätze hier im Biosphärenreservat Thüringer Wald: in Schmiedefeld, Gehlberg, Oberhof und entlang des Rennsteigs. Die Projekte wurden von den Studierenden mit großem Engagement erarbeitet und reichen von der Jugendherberge im ehemaligen Bahnhof, zum Fritz-Arno-Wagner Sommer-Kino, zum Audio-Guide für FDGB-Architektur. Damit hält die Ausstellung auch für Einheimische aus der Rennsteigregion frische Impulse bereit.

Im Projekt analysieren die Studierenden Ursachen und Auswirkungen der touristischen Entwicklung auf Stadt- und Regionalentwicklung im Thüringer Wald im Kontext der Auseinandersetzung um Denkmalpflege und Nachkriegsmoderne sowie der räumlichen Tourismusforschung. Anhand von vier Orten, die jeweils eigene touristische Prägungen und Probleme aufweisen, fokussieren sich die Studierenden auf (stadt)baugeschichtliche Aspekte sowie Fragen des Umgangs mit dem materiellen und immateriellen Erbe des Tourismus. Untersucht wird, wie sich die Ferienorte entwickelt haben und welchen Einfluss die jeweilige Geschichte, aber auch der Städtebau und die Architektur auf die Wahrnehmung und somit auch die Nachfrage der Orte haben.

Doreen Blau (links) und Anke Mämpel vom Biosphärenreservat thüringer Wald freuen sich über die neue Ausstellung der Bauhaus-Universität Weimar. Foto: Christina Sittig-Schubert
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